G-ASD: Geely und Qianli Zhijia forcieren globale Expansion autonomer Fahrsysteme
Auf der CES 2026 präsentieren Geely und Qianli Zhijia das Joint Venture G-ASD, eine skalierbare Plattform für autonomes Fahren von L2 bis L4 für den Weltmarkt.
G-ASD: Strategische Allianz im Bereich des autonomen Fahrens Der globale Wettbewerb um die Marktführerschaft bei softwaredefinierten Fahrzeugen erreicht eine neue Stufe. Auf der Consumer Electronics Show (CES) 2026 in Las Vegas haben der chinesische Automobilgigant Geely und der Technologiespezialist Qianli Zhijia die Gründung ihrer neuen Marke G-ASD bekannt gegeben. Diese Kooperation markiert einen signifikanten Wendepunkt in der Strategie chinesischer Automobilkonzerne, ihre technologische Souveränität im Bereich des autonomen Fahrens über den heimischen Markt hinaus zu festigen. Die neue Marke G-ASD steht für Geely Autonomous Smart Driving und präsentiert sich als umfassende Lösung für intelligente Fahrassistenzsysteme. Das Besondere an der Architektur ist ihre Skalierbarkeit: Die Plattform deckt das gesamte Spektrum ab, von der teilautomatisierten Unterstützung auf Level 2 bis hin zu hoch- und vollautomatisierten Systemen der Level 3 und 4. Damit adressiert das Joint Venture sowohl den Massenmarkt als auch das Premiumsegment und die künftige Mobilität im Bereich der Robotaxis. Technologische Synergien und globale Ausrichtung Analysten sehen in der Zusammenarbeit eine logische Konsequenz aus den veränderten Marktanforderungen. Geely liefert als einer der größten privaten Automobilhersteller Chinas die industrielle Basis und den Zugang zu verschiedenen Markenplattformen, während Qianli Zhijia die notwendige Expertise in der KI-Entwicklung und Sensorfusion einbringt. Die gemeinsamen Entwicklungsressourcen fokussieren sich auf eine modulare Hardware-Software-Architektur, die es ermöglicht, ADAS-Funktionen effizient in unterschiedliche Fahrzeugmodelle zu integrieren. Im Gegensatz zu früheren Insellösungen wurde G-ASD von Beginn an mit Blick auf internationale Standards und regulatorische Anforderungen entwickelt. Das Ziel ist klar definiert: Die Systeme sollen nicht nur in China, sondern weltweit in Geely-Fahrzeugen sowie potenziell als White-Label-Lösung für Drittanbieter zum Einsatz kommen. Dies beinhaltet die Anpassung an komplexe urbane Szenarien in Europa und Nordamerika, was hohe Anforderungen an die Echtzeit-Datenverarbeitung und die Edge-Computing-Fähigkeiten der Fahrzeuge stellt. Marktpotenzial und strategische Bedeutung Die Vorstellung auf der CES unterstreicht den Anspruch des Konsortiums, als ernsthafter Wettbewerber zu etablierten westlichen Playern und spezialisierten Tech-Unternehmen wie Waymo oder Tesla aufzutreten. Fachleute betonen, dass die Integration von Level-4-Fähigkeiten in Serienfahrzeuge ein entscheidendes Differenzierungsmerkmal im B2B-Vertrieb und im Endkundenmarkt sein wird. Die Fähigkeit, diese Technologien in hohen Stückzahlen und zu wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten, könnte Geely einen entscheidenden Vorteil in der globalen Lieferkette verschaffen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass G-ASD den Übergang von der reinen Hardware-Fertigung hin zum technologiegetriebenen Mobilitätsanbieter markiert. Für den DACH-Raum und den europäischen Markt bedeutet dies einen erhöhten Wettbewerbsdruck auf lokale OEMs, da chinesische Hersteller nun nicht mehr nur über den Preis, sondern zunehmend über hochkomplexe Software-Stacks und KI-Integrationen konkurrieren.
Quelle: 36Kr