US-Untersuchung gegen chinesische KI-Modelle: DeepSeek und Qwen im Visier der Cybersicherheit
US-Ausschüsse untersuchen Sicherheitsrisiken durch chinesische KI-Modelle wie DeepSeek und Qwen in kritischen Infrastrukturen und fordern umfassende Offenlegung von Tech-Unternehmen.
US-Untersuchung gegen chinesische KI-Modelle: DeepSeek und Qwen im Visier der Cybersicherheit Im Capitol Hill wächst der Druck auf die Integration chinesischer Künstlicher Intelligenz in westliche Tech-Infrastrukturen. In einer gemeinsamen Initiative haben der US-Heimatschutzausschuss und der Sonderausschuss des Repräsentantenhauses zur Kommunistischen Partei Chinas eine umfassende Untersuchung eingeleitet. Im Fokus stehen dabei die potenziellen nationalen Sicherheitsrisiken, die von führenden Large Language Models aus der Volksrepublik China ausgehen, darunter DeepSeek, Alibabas Qwen-Serie sowie Modelle von Moonshot AI und MiniMax. Die US-Gesetzgeber reagieren damit auf die zunehmende Verbreitung leistungsstarker Sprachmodelle aus Fernost, die aufgrund ihrer Open-Source-Strategie oder wettbewerbsfähigen API-Gebühren verstärkt Einzug in globale Software-Ökosysteme halten. Die Untersuchung adressiert drei zentrale Vektoren: ideologische Zensur in den Trainingsdaten, softwareseitige Sicherheitslücken und das Risiko der Datenexfiltration unter dem geltenden chinesischen Recht, das Unternehmen zur Kooperation mit nationalen Sicherheitsbehörden verpflichtet. Besonderes Augenmerk richten die Gremien auf die praktische Anwendung dieser Modelle durch westliche Unternehmen. Ein prominentes Beispiel der Untersuchung ist die Nutzung von Alibabas Qwen-Modellen durch die Plattform Airbnb. Die Abgeordneten fordern detaillierte Dokumentationen darüber, wie diese Modelle implementiert wurden und ob proaktive Sicherheitstests durchgeführt wurden, um Hintertüren oder Schwachstellen in der Lieferkette auszuschließen. Es steht der Verdacht im Raum, dass Modelle, die unter den regulatorischen Vorgaben Pekings entwickelt wurden, inhärente Bias-Strukturen oder Überwachungsfunktionen enthalten könnten. Technologisch betrachtet wird die Frage der Data Provenance und der Modellgestalt zum Streitpunkt. Während westliche Anbieter wie OpenAI oder Google unter US-Jurisdiktion stehen, unterliegen chinesische Akteure den strengen Cybersicherheitsgesetzen ihres Heimatlandes. Die US-Ausschüsse befürchten, dass sensible Nutzerdaten oder proprietäre Unternehmensinformationen, die als Prompts in diese Modelle eingegeben werden, für staatliche Akteure in China zugänglich sein könnten. Dies gilt insbesondere für den Einsatz in KRITIS-Sektoren, wo die Integrität der genutzten KI-Modelle über die Sicherheit ganzer Versorgungssysteme entscheiden kann. Die betroffenen Unternehmen sind nun aufgefordert, bis zu einer gesetzten Frist umfassende Berichte über ihre Deployment-Strategien vorzulegen. Diese Untersuchung markiert eine neue Phase im technologischen Kalten Krieg zwischen den USA und China. Während bisher vor allem Hardwarekomponenten wie Halbleiter und 5G-Netzwerktechnik im Fokus standen, rückt nun die Softwareebene – und hier speziell die Logikschicht der generativen KI – ins Zentrum der geopolitischen Risikobewertung. Für die KI-Industrie im DACH-Raum könnte dies Signalwirkung haben, da auch europäische Unternehmen zunehmend vor der Entscheidung stehen, welche fremden Sprachmodelle sie in ihre kritischen Applikationen integrieren. image_query: digital surveillance monitor server room architecture
Quelle: Industrial Cyber